10 Jahre Galerie Kaysser
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Der „Bananensprayer“ IST IN Ruhpolding

Thomas Baumgärtel

Vor etwas mehr als 30 Jahren begann ein Kölner Künstler – Thomas Baumgärtel mit Namen – damit, an die Gebäude von Kunstmuseen, Galerien und anderen Kunstorten seiner Wahl die Abbildung einer Banane zu sprayen. Einige regten sich auf, andere fanden es ganz witzig und wieder andere ließen es einfach geschehen. Der Konzeptkünstler blieb jedenfalls ausdauernd und mit Hartnäckigkeit bei seiner Idee und wurde mit der am härtesten umkämpften Währung unserer Mediengesellschaft belohnt: anhaltender Aufmerksamkeit. Denn schon bald wurde er republikweit als der „Bananensprayer“ auch weit über den engeren Kreis der Kunstszene hinaus bekannt. Zum 30. Jubiläum der ersten Bananenspray-Aktion ehrte das Osthaus Museum Hagen Thomas Baumgärtel mit einer Einzelausstellung. Kurz vorher erlebte die Spraybanane zum Tag der Deutschen Einheit die Ehre auf der Titelseite der Frankfurter Allgemeinen Zeitung zu erscheinen. Heute befindet sich die gesprayte gelbe Banane an rund 4000 Kunstmuseen und Galerien in deutschen und auch internationalen Städten. Baumgärtels Banane ist fast zu einem solchen Symbol für die Qualität eines Museums geworden, wie es der Michelin-Stern für das kulinarische Können eines Kochs darstellt. Der 1960 in Rheinberg geborene Künstler, der in den 1980er-Jahren Freie Kunst an der Fachhochschule Köln und Psychologie an der Kölner Universität studierte, sieht die Banane als Friedens- und Freiheitssymbol an. Im Zeichen der Banane kämpft er für die Freiheit der Kunst und Frieden unter den Menschen. Die Idee der Banane überschreitet dabei längst die dezente Kennzeichnung von Kunststätten. Thomas Baumgärtel greift mit Partnern in den öffentlichen Raum ein, indem er eine ganze Hausfassade in Duisburg mit Bananendarstellungen verziert hat. Mit dem Berliner Kunstermöglicher Roland Specker arbeitet er seit der Jahrtausendwende an einem Projekt am Brandenburger Tor. Aufgelassene Hochöfen im Ruhrgebiet werden zu Orten seiner Eingriffe in den öffentlichen Raum. Auch den Dom seiner Heimatstadt Köln nutzte er für eine Friedensaktion im Zeichen der Banane. Selbstverständlich gibt es im Werk von Thomas Baumgärtel auch „bananenlose“ Arbeiten und Serien. Doch das Bananen-Symbol gibt seinem Œuvre eine ganz eigene Schwerkraft wie Unverwechselbarkeit. Mittels der Banane ist er aber auch mit der kunstgeschichtlichen Tradition der Moderne verbunden. Im Fall von Thomas Baumgärtel hört sie auf die Namen Josephine Baker und Andy Warhol. Josephine Bakers berühmter Bananentanz verbildlicht den unbedingten Freiheitswillen von gesellschaftlich Benachteiligten wie die eigentlich utopische Einswerdung von Natur und Kultur im befreienden künstlerischen Akt. Andy Warhol benutzte die Banane als Signum künstlerischer Freiheit, etwa auf den Plattencovern der „Factory“-Band Velvet Underground. Außerdem zeigte er auf, wie sich vermeintlich banale Gegenstände wie Seifenboxen, Suppendosen und eben auch die Banane in Träger einer sehr differenzierten künstlerischen Aussage verwandeln lassen.

 

Die Ausstellung in der Galerie Kaysser trägt den Titel „Bananen-Solo“. Sie zeigt Gemälde, Objekte und Spraygramme des Künstlers.

Thomas Baumgärtel alias der „Bananensprayer“ wird bei der Vernissage am
Samstag, den 24. Juni 2017, ab 17 Uhr anwesend sein.

Die Ausstellung ist bis zum 17. September 2017 in der Ruhpoldinger Galerie zu sehen.


Rüdiger Heise

 

 


 

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Anreise mit dem Auto:

Von München über die A8 Richtung Salzburg bis zur Ausfahrt Traunstein/Siegsdorf, dann noch 8 km auf der Landstrasse nach Ruhpolding. In Ruhpolding Richtung „Zentrum“, nach 200 Metern ist auf der rechten Seite ein kleiner Parkplatz und die „Galerie Kaysser“.

Mit dem Zug:

Über München nach Traunstein, von hier mit dem kleinen Bummelzug in 20 Minuten zur Endstation Ruhpolding. Der Bahnhofstrasse und Hauptstrasse in westlicher Richtung folgen, bis Sie nach 5 Minuten die Galerie Kaysser auf der linken Seite erblicken...

 

 

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